Berichte aus meinem Leben

 

Meine ganz persönliche Geschichte:

"Aus dem Hamsterrad in die Freiheit"

findest Du auf meinem Blog:

https://dorismora.com/category/meine-geschichte/

Die Kraft des Entschleunigens – ein Bericht aus meinem Leben

vom 20.Sept. 2015

 

Liebe Familie, Freunde, liebe Wegbegleiter/innen

Liebe alle,

 

Meine persönliche Auszeit hat sich gelohnt und trägt nun die ersten Früchte. Voller Freunde kann ich euch heute mein erstes Projekt im Rahmen meines neuen Tätigkeitsfeldes als integraler Coach präsentieren.

Gleichzeitig ist es mein Herzenswunsch meine Erfahrungen und wichtigsten Selbsterkenntnisse mit euch zu teilen. Ich habe in den letzten knapp zwei Jahren intensiv an mir gearbeitet und habe mich dadurch persönlich weiterentwickelt und bin nun um unzählige Erfahrungen reicher.

Wenn du nun aber merkst, dass du deine wertvolle Zeit anders nutzen möchtest und dich hier entscheidest aufzuhören zu lesen, werde ich dir das nicht übel nehmen und ich werde dich garantiert nicht danach fragen, ob du meine Erfahrungen gelesen hast;-).

Vielleicht wirst du dich selbst in der einen oder anderen Situation wiedererkennen oder du hast bereits ähnliche Erfahrungen gemacht, vielleicht werden dich meine Worte zum kurzen Innehalten bewegen oder allenfalls wird dich der eine oder andere Gedanke zum Nachdenken anregen, vielleicht kann ich dich aber auch mit meinen Worten tief in deinem Herzen bzw. auf Seelenebene berühren, … aber vielleicht wird auch gar nichts von all dem der Fall sein, dann ist das auch okay.

Meine Ausdrucksform mag dich vielleicht etwas überraschen, aber ich möchte einfach meinem Herzenswunsch Ausdruck verleihen – dabei versuche ich aus meiner Seele/ meinem Herzen bzw. meinem Innersten zu sprechen. Zudem stelle ich immer wieder zu meinem Erstaunen fest, in wie vielen Menschen unabhängig von sozialem Status das Ansprechen des Themas Spiritualität etwas auslöst und dass es mehr Menschen gibt, welche den Zugang zur Spiritualität hätten, wenn ihnen auch die Gelegenheit und der entsprechende Rahmen geboten wird, darüber zu sprechen. Dies zeigt, dass wir doch letztlich alles nur menschliche Wesen - bestehend aus Körper, Geist und Seele – sind, welche auf der Suche nach Liebe, Geborgenheit und Zugehörigkeit sowie nach dem Sinn des Lebens in einem grösseren Zusammenhang sind.

 

Während meiner persönlichen Auszeit in den letzten Monaten konnte ich definitiv entschleunigen und bin im Hier und Jetzt angekommen. Durch die Entwicklung von Achtsamkeit habe ich gelernt wieder bewusst in der Gegenwart zu leben, d.h. den jeweiligen Augenblick ganz bewusst wahrzunehmen, zu erleben und zu geniessen. In solchen Momenten bin ich ganz bei mir selbst und ich fühle mich vollkommen lebendig. Ich habe dadurch meinen inneren Frieden gefunden und bin in meine Kraft gekommen. Heute bin ich voller Ideen und Tatendrang, da ich aber gleichzeitig gelernt habe, mich nicht mehr von der Hektik des Alltags bzw. der Gesellschaft mitreissen zu lassen, nehme ich mir für Umsetzung meiner Ideen die Zeit, die ich für mich persönlich benötige. Früher wollte ich alles in möglichst kurzer Zeit erledigen, weil ich glaubte, ansonsten etwas verpassen zu können. Dabei habe ich versucht, möglichst viele Dinge gleichzeitig zu erledigen und war in meinen Gedanken meist immer einige Schritte im Voraus am Planen. Und ich muss sagen, ich war darin verdammt gut. Leider habe ich dabei nicht bemerkt, dass ich von „all dem Vielen“ letztlich nichts wirklich bewusst gemacht habe. Wie sollte dies auch möglich sein, wenn meine Aufmerksamkeit auf so viele Dinge gleichzeitig gelenkt werden sollte. Und so machte ich Jahre später, die ernüchternde Erkenntnis, dass ich in den letzten Jahren zwar unglaublich viel geleistet und erreicht hatte, aber dass das Leben im Grunde einfach so unbemerkt an mir vorbeigezogen war.

Tatsächlich bin ich heute nicht mehr so schnell wie zu früheren Zeiten unterwegs und erledige nicht mehr so viele Dinge gleichzeitig, dafür nehme ich das, was ich mache bewusst wahr und erfreue mich tagtäglich daran. Dass das auch möglich ist, hätte ich mir vor Jahren nie vorstellen können. Zudem habe ich mich von meiner tief verankerten Vorstellung „erlösen“ können, mir selbst oder jemandem anderen etwas beweisen zu müssen.

Ich habe gelernt Prioritäten zu setzen. Heute überlege ich mir bei meinen Entscheidungen ganz bewusst, ob ich diese kostbare Zeit meines Lebens wirklich dafür einsetzen möchte. Es handelt sich dabei um „meine Lebenszeit“, welche ich nicht mehr bereit bin, für irgendwelche "für mich persönlich definierten" Sinnlosigkeiten einzusetzen bzw. zu verschwenden. Ich habe gelernt meine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und diesen auch zu folgen. Daher entscheide ich aus meinen Inneren heraus und lasse mich nicht mehr von äusseren Gegebenheiten und Normen verleiten. Das mag vielleicht egoistisch klingen – ich verstehe dies jedoch als Selbstachtung und -liebe. Denn wie soll ich nahestehende Personen unterstützen, ihnen zur Seite stehen, wenn ich selbst am Verkümmern bin, weil ich meine eigenen Bedürfnisse missachte? Oder was nützt es, wenn ich mich mit Freunden treffe, obwohl ich heute kein Bedürfnis dazu habe – weil ich Zeit für mich brauche oder weil einfach nicht der richtige Zeitpunkt dazu ist - und ihnen dann nicht die entsprechende Aufmerksamkeit schenken kann, weil ich mit meinen Gedanken eigentlich ganz an einem anderen Ort bin. Ist dies nicht vielleicht sogar respektlos?

Durch meine achtsame Grundhaltung hat mein Leben inzwischen an enormer Qualität und Intensität gewonnen. Und den immer wieder von neuem auftauchenden Herausforderungen des Lebens kann ich mit der nötigen Gelassenheit, dem nötigen Selbstvertrauen und Klarheit begegnen.

 

Eine weitere schmerzhafte, jedoch äusserst wichtige Erkenntnis war für mich, zu erkennen, dass ich für mich selbst und mein Leben selbst verantwortlich bin. Mein ganzes Leben lang habe ich mich von den geltenden gesellschaftlichen Werten und Normen leiten lassen. Irgendwie erschien „dieses mit dem Strom schwimmen“ in der Vergangenheit wohl der einfachste und für mich erfolgreichste Weg. Zudem war ich sehr geschickt, mir die geltenden Verhaltensweisen ohne grosse Probleme anzueignen und habe auf diese Weise auch viel Lob und die entsprechende Anerkennung erhalten. Tiefst in meinem Inneren merkte ich – und auf die Dauer immer mehr -, dass ich mich in meinem Sein nicht ganz zuhause fühlte und irgendwie eine Rolle spielte. Meine erstrebenswerten Ziele richteten sich nach den gesellschaftlichen Werten, an welchen ich rigoros festhielt und zwar solange bis ich allmählich den Kontakt zu mir selbst verlor und plötzlich nicht mehr wusste, wer ich eigentlich war. Gleichzeitig fühlte ich mich durch die gesellschaftlichen Vorgaben und Grenzen in meinem Handlungsspielraum extrem eingeschränkt, und es entstand für mich den Eindruck, dass ich dadurch auf meine Lebensgestaltung nur sehr begrenzte Einflussmöglichkeiten habe. Und dann gab es da noch diese unerklärliche innere Leere. Die Schuldigen suchte ich dann auch immer im Aussen, in den gesellschaftlichen Vorgaben, in den starren, vorgegebenen Strukturen bis ich schliesslich zu meiner wohl wichtigsten Erkenntnis in meinem Leben kam, dass ich mir meine persönlichen Grenzen selber stecke und ich für mich selbst verantwortlich bin. Mir wurde zudem bewusst, dass mich die Angst, den gesellschaftlichen Normen nicht zu entsprechen bzw. die Angst vor dem anders sein als die grosse Mehrheit, nicht normal zu sein und dadurch nicht mehr geliebt zu werden bzw. nicht die nötige Bestätigung und Anerkennung zu erhalten, daran hinderte, bereits früher, meinen eigenen authentischen Weg zu gehen und meine gespielte Rolle abzulegen. Diese Angst konnte ich schliesslich in Mut transferieren und zwar in Mut meinen Weg der Authentizität zu gehen.

Das erwähnte Gefühl aus meinem Inneren, welches mich darauf aufmerksam machte, dass ich nicht mich selbst bin, nenne ich heute Intuition. Im Laufe meines Erkenntnisprozesses wurde ich mir des Gefühls meiner Intuition wieder bewusst und habe dadurch wieder gelernt auf meine Intuition zu vertrauen. Der Verstand, welchen ich als kritischen Überprüfer schätzen gelernt habe, durfte jedoch etwas zur Ruhe kommen und darf seine Arbeit nun etwas gelassener angehen.

 

Ich habe zudem gelernt das Leben bzw. den Rhythmus des Lebens mit seinen Hochs und Tiefs anzunehmen. So gibt es und wird es weiterhin Tage geben, an welchen ich mit bedrückter, melancholischer Stimmung erwache. Ich kann heute auch diese unangenehmen Stimmungen akzeptieren, weil ich weiss, dass Stimmungen vergänglich sind und ich darauf vertrauen kann, dass ich die positiven Stimmungen ebenfalls erleben darf. Stimmungen sind wie Wellen mit ihren Höhen und Tiefen. Und letztlich ist es die Bipolarität im Erleben beider Pole, welche den Unterschied ausmacht bzw. dass wir ein Hochgefühl als solches erleben können. Nur wenn wir als Vergleich auch mal ein Tief haben, können wir ein Hoch erkennen und geniessen.

 

Mit meinem Bericht aus meinem Leben möchte ich aber auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass ich nun frei von all meinen Problemen bin bzw. all meine Themen und Baustellen bearbeitet habe. Auch wenn ich doch mal den Eindruck habe, dass ich bereits viel bearbeitet und erlöst habe und es doch auch mal reichen würde, bin ich dann immer wieder von neuem fasziniert, dass mich das Leben immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Das ist eben der Rhythmus des Lebens, welcher uns immer wieder von neuem die Chance gibt, uns noch etwas weiterzuentwickeln. Und auch trotz meiner vielen Selbsterkenntnisse, ertappe ich mich doch ab und zu wieder dabei, wie ich in meine alten Denk- und Handlungsmuster falle. Diese Tatsache kann ich aber inzwischen mit einem Schmunzeln zur Kenntnis nehmen.

 

Nun möchte ich die Gelegenheit nutzen meinem Mann, meiner Familie, meinen Freunden und all denjenigen Personen, welche mich auf meinem bisherigen Lebensweg durch Hochs und Tiefs begleitet haben, aus tiefstem Herzen zu danken. Ich bin heute so unendlich dankbar, dass ich das nötige Selbstvertrauen gewonnen habe, um authentisch zu sein bzw. zu leben und ich somit aufgehört habe gegen meine eigene Wahrheit zu leben. Und ihr alle seid in irgendeiner Form – sei es durch eine Begegnung, eine Geste, ein Erfahrungsaustausch oder was auch immer - mitverantwortlich dafür. Ganz herzlichen Dank.

 

Es liegt mir am Herzen, meine Erfahrungen künftig als meine eigenen Ressourcen nutzen zu können und weiterzugeben (in welcher Form auch immer).

Es ist mein Wunsch, Leute zu begleiten, zu inspirieren und ihnen Mut zu machen, ihre eigenen Wege zu gehen und ein authentisches Leben zu führen, ihr Potenzial zu entdecken und Grenzen zu sprengen. Aus diesem Wunsch heraus ist mein erstes Projekt zum Thema Achtsamkeit entstanden - ein Trainingsprogramm in „Achtsamkeit“ (Der Weg zu Gelassenheit sowie Der Weg zum Wohlfühlgewicht). Falls du mehr darüber erfahren möchtest, findest du unter www.gelingen.ch unter Angebote weitere Details. Natürlich erzähle ich dir auch persönlich gerne mehr darüber.


Herzlichst Doris